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StartRatgeberWas ist mein Haus wert? So ermittelst du den Immobilienwert

Was ist mein Haus wert?

Die kurze Antwort: Der Wert einer Immobilie ist keine feste Zahl, sondern der Preis, den ein Käufer heute an diesem Ort zu zahlen bereit ist. Drei Wege führen zu einer belastbaren Einschätzung: die Online-Schätzung für die Orientierung, die Markteinschätzung durch einen ortskundigen Makler für den Verkauf, das Verkehrswertgutachten für Behörden und Gerichte. Für die meisten reicht Weg zwei.

Die drei Wege im Vergleich

Online-SchätzungMakler-EinschätzungVerkehrswertgutachten
Kostenkostenlosmeist kostenlos1.500 – 3.000 €
DauerMinutenwenige Tage3 – 6 Wochen
Genauigkeitgrobe Spannemarktnahrechtssicher
Besichtigungneinjaausführlich
gilt vor Gerichtneinneinja

Die Kosten für ein Gutachten hängen vom Objektwert ab und sind hier als übliche Größenordnung genannt — ein Sachverständiger nennt dir den konkreten Preis vorab.

1. Die grobe Online-Schätzung

Ein Wertschätzer wie der auf dieser Seite rechnet aus Fläche, Objektart, Baujahr und Zustand eine Spanne. Das ist gut für den ersten Eindruck und kostet nichts. Was er nicht kennt: den Blick aus dem Fenster, die Straße, den Zustand des Dachs, die Nachbarschaft. Genau daran entscheiden sich am Ende zweistellige Prozentsätze.

Nutze die Online-Schätzung, um zu wissen, ob du über 300.000 oder über 600.000 Euro sprichst. Nicht, um einen Angebotspreis festzulegen.

2. Die Markteinschätzung durch einen Makler

Ein ortskundiger Makler kennt die tatsächlichen Verkaufspreise vergleichbarer Objekte in deiner Straße — nicht die Angebotspreise aus den Portalen, die oft deutlich darüber liegen. Er sieht das Haus, bewertet Zustand und Ausstattung und nennt eine realistische Spanne.

Das ist in aller Regel kostenlos, weil er auf den Verkaufsauftrag hofft. Daraus folgt aber auch: Hol dir zwei bis drei Einschätzungen. Wer den höchsten Preis nennt, will manchmal nur den Auftrag — und senkt später „wegen der Marktlage".

3. Das Verkehrswertgutachten

Ein schriftliches Gutachten eines zertifizierten Sachverständigen brauchst du, wenn eine Behörde oder ein Gericht die Zahl akzeptieren muss:

  • Erbschaft und Erbauseinandersetzung — gegenüber dem Finanzamt und unter Miterben
  • Scheidung — für den Zugewinnausgleich
  • Schenkung — zur Bemessung der Schenkungsteuer
  • Zwangsversteigerung oder Betreuungsfälle

Für einen normalen Verkauf ist es nicht nötig und die 1.500 bis 3.000 Euro gut gespart.

Wovon der Wert tatsächlich abhängt

Lage — der Faktor, den man nicht ändern kann

Dieselbe Immobilie kostet in zwei Städten das Doppelte oder die Hälfte. Aber auch innerhalb eines Ortes: Hauptstraße oder Sackgasse, Südgarten oder Nordhang, Schule und Einkauf fußläufig oder nur mit dem Auto.

Baujahr und energetischer Zustand

Seit die Energiepreise gestiegen sind, schlägt die Energieeffizienz stärker durch als früher. Ein unsaniertes Haus aus den Sechzigern mit Ölheizung erzielt heute deutlich weniger als ein vergleichbares mit neuer Dämmung und Wärmepumpe. Käufer rechnen die Sanierungskosten ab — und rechnen dabei selten zu knapp.

Grundstück

Der Bodenrichtwert ist öffentlich abrufbar und ein harter Ankerpunkt. Bei älteren Häusern macht der Grundstücksanteil oft den größeren Teil des Werts aus.

Zuschnitt und Ausstattung

Anzahl der Zimmer, Bäder, Stellplätze, Keller, Balkon oder Terrasse. Ein durchdachter Grundriss ist mehr wert als ein paar Quadratmeter mehr in schlechter Aufteilung.

Rechtliche Belastungen

Wegerechte, Wohnrechte, Erbbaurecht oder Denkmalschutz können den Wert erheblich verändern. Ein Blick ins Grundbuch gehört zu jeder ernsthaften Bewertung.

Die drei Bewertungsverfahren

VerfahrenGrundgedanketypisch für
VergleichswertverfahrenWas haben ähnliche Objekte in der Nähe erzielt?Eigentumswohnungen, Reihenhäuser
SachwertverfahrenWas kostet Wiederaufbau plus Grundstück, minus Alter?Einfamilienhäuser ohne Vergleichsobjekte
ErtragswertverfahrenWelche Miete wirft das Objekt ab?Mehrfamilienhäuser, Anlageobjekte

In der Praxis wird oft kombiniert: das Vergleichswertverfahren als Hauptmaßstab, das Sachwertverfahren als Kontrolle.

Der pragmatische Weg

  1. Online-Schätzung für die Größenordnung — zwei Minuten.
  2. Bodenrichtwert deines Grundstücks nachschlagen. Das gibt dem Gefühl einen Boden.
  3. Zwei bis drei kostenlose Markteinschätzungen einholen. Genau dafür ist dieses Portal da.
  4. Unterlagen zusammenstellen: Grundriss, Wohnflächenberechnung, Energieausweis, Grundbuchauszug, Nachweise über Sanierungen.
  5. Nur wenn es rechtlich sein muss: Gutachten beauftragen.

Häufige Fragen

Wie genau ist eine Online-Bewertung?

Sie trifft die Größenordnung, nicht den Preis. Abweichungen von 15 bis 20 Prozent nach oben oder unten sind normal, weil Lage im Detail und Zustand fehlen.

Kostet die Makler-Einschätzung wirklich nichts?

In der Regel nicht. Sie ist Teil der Akquise. Achte darauf, dass du damit keinen Alleinauftrag unterschreibst.

Was ist der Unterschied zwischen Verkehrswert und Marktwert?

Nichts — das Gesetz verwendet beide Begriffe für dasselbe. Der erzielte Kaufpreis kann davon abweichen, je nach Verhandlung und Nachfrage.

Wie lange ist eine Bewertung gültig?

Sie beschreibt einen Stichtag. Nach sechs bis zwölf Monaten sollte man sie auffrischen, in bewegten Märkten früher.

Muss ich vor dem Verkauf sanieren?

Selten lohnt sich eine große Sanierung vor dem Verkauf. Kleine Dinge dagegen schon: aufräumen, streichen, Kleinreparaturen. Käufer ziehen von sichtbaren Mängeln meist mehr ab, als die Behebung gekostet hätte.

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